

Die 37. Internationalen Bachtage in Hessen und Thüringen – Passion und Ostern 2010 – bringen aus dem Gesamtschaffen zu J. S. Bachs Geburtstag (am 21.März) sechs Programme:
I. Ein Orgelkonzert (Orgelmusik der Passion Alter und Neuer Meister, an der Orgel Konja Voll)
II. Musik zur Passion (mit G. F. Händels Orgelkonzert d-Moll, J. S. Bach, Kantate 189 „Meine Seele rühmt und preist“, Sinfonia d-Moll BWV 35 (II), und Bachs Kantate 158 „Der Friede sei mit dir“, Bach-Pergolesi “51. Psalm” (Bearbeitung von G. B. Pergolesis “Stabat Mater”: Julia Caroline Küsswetter, Sopran/Ida Aldrian, Alt/Matthias Siddhartha Otto, Tenor/ Christoph Heinrich, Bass Jens Amend, Orgel.)
III. Die Matthäus-Passion BWV 244.
Der Frankfurter Bach-Chor/ Frankfurter und Marburger Konzertchor/ Hersfelder Festspielchor. Solisten: Julia Caroline Küsswetter, Sopran/Ida Aldrian, Alt/Bernhard Hunziker, Tenor/Matthias Siddhartha Otto, Tenor/Christoph Heinrich, Bariton/Andreas Czerney, Bass./ Das tschechische Orchester „Virtuosi Brunensis“ unter der Leitung von Siegfried Heinrich.
IV. Die Goldberg-Variationen BWV 988, Christoph Bergner, Cembalo.
V. Suiten für Violoncello (Nr. 1 G-Dur BWV 1007, Nr.2 d-Moll BWV 1008, Nr.6 D-Dur BWV 1012) Lydia Keymling, Violoncello.
VI. J. S. Bachs Osterkantaten und Brandenburgisches Konzert Nr. 2. (Sinfonie d-Moll BWV 35 (I) Aus Schemellis Gesangbuch Nr. 3 „Auf, auf, mein Herz mit Freuden und Nr. 39 „Jesu, unser Trost und Leben“, Kantate 4 „Christ lag in Todesbanden“, Brandenburgisches Konzert Nr. 2 F-Dur BWV 1047, Sinfonia D-Dur BWV 169, Kantate 66 „Erfreut euch, ihr Herzen“ ) SOLISTEN: Tina Hermann, Sopran/Ida Aldrian, Alt/ Stephan Scherpe, Tenor/Sebastian Wartig,Bass/Jens Amend, Orgel/ Marek Černák, Cembalo/ Frankfurter und Posener Bach-Chor /Musica Figuralis Dirigent Prof. h.c. Siegfried Heinrich
Hauptwerk der diesjährigen Bachtage ist die Vertonung der Leidensgeschichte nach dem Evangelisten Matthäus in achtstimmiger, großer Chorbesetzung mit modernen Instrumenten Zugleich wird es ein Beitrag zu den Jubiläumsveranstaltungen anlässlich des Falls der Mauer vor nun über 20 Jahren.
Die Internationalen Bachtage in Hessen und Thüringen, die schon lange vor der Wiedervereinigung stattfanden, wurden wegen des Brückenschlags nach Thüringen und Sachsen gerühmt. Der Leipziger Thomanerchor und der Dresdner Kreuzchor waren zu Gast in Hessen, andererseits das Hessische Kammerorchester Frankfurt (M.) mit Bachs „Kunst der Fuge“ in der Nikolai-Kirche Leipzigs und in der Lukas-Kirche Dresdens.
Nach der Wiedervereinigung setzten sich besonders die Ministerin Ruth Wagner (Wiesbaden) und die Ministerin Dagmar Schipanski (Erfurt) für die Erhaltung der „Internationale Bach-Tage Hessen-Thüringen“ ein, nicht nur aus künstlerischen Gründen , sondern auch um die bei vielen Menschen noch bestehende Abgrenzung zwischen Ost und West überwinden zu helfen.
Der Kreis der Mitwirkenden umfasste nun Ensembles aus dem europäischen Raum: Tölzer und Posener Knabenchor, Posener Bach-Chor, Orchester aus Tschechien, Polen und Ungarn.
Die künstlerische Gesamtleitung hat Prof. Siegfried Heinrich, der das Werk J. S. Bachs als Kruzianer (in Dresden und Leipzig) in Interpretationen von Straube, Ramin, Mauersberger sowie als Student (in Frankfurt am Main) bei Helmut Walcha, Maria Jäger-Jung und Kurt Thomas kennenlernte.
Über seine Bach-Interpretation schrieb die Musikzeitschrift Müsogfüzet Országos Filharmonia, Budapest: „Siegfried Heinrich ist ein hervorragender Kenner des Bachschen Stils. Unter seiner Leitung lebte und atmete die Musik. Solche in der Erfüllung und Beseelung überzeugenden, dabei rhythmisch-agogisch gleichwohl gemeisterten Bachsätze sind selten zu hören“.
Und über ein Konzert des Frankfurter Bachchores urteilte die Frankfurter Rundschau: „An Professionalität kann es das Ensemble auch mit berühmten englischen Formationen aufnehmen. Eine lupenreine, mühelose Intonation bleibt selbst dann noch erhalten, wenn die 22 Sänger/innen sich zum Doppelchor formieren müssen“.
Viele ehrenamtliche Helfer haben sich in mehr als 30 Städten Hessens und Thüringens in den Dienst des Werkes von J. S. Bach gestellt und damit zahlreichen Zuhörern Freude und Lebenshilfe vermittelt. Die Zusammenarbeit von Künstlern verschiedener Länder erbrachte hervorragende Aufführungen und trug zur Verständigung und Aussöhnung bei. Werkseinführungen vertiefen das Hörerlebnis. Die Zusammenarbeit mit Lehrern und Schülern vermittelt Bachs Schaffen auch nachfolgenden Generationen.
Willkommen zu den 37. Internationalen Bachtagen in Hessen und Thüringen 2010